Unternehmertum light, oder warum ich mich nebenberuflich im Netz selbständig mache

Unternehmertum light

Unternehmertum light – meiner Leidenschaft freien Lauf lassen…

In meinem Blog geht es ja hauptsächlich um nebenberufliches Unternehmertum – ich nenne es gerne Unternehmertum light. Dabei schreibe ich gerne wie ich dazu gekommen bin, was mich antreibt, meine Learnings und ich berichte gerne über meine Projekte.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist mein Blog noch sehr unprofessionell und ich verzichte auf vieles, was von erfahrenen Bloggern empfohlen wird. Nicht weil ich es für falsch oder unsinnig halte, sondern weil ich den Fokus auf mein aktuelles Hauptprojekt www.kletterturm.de lege.

Der Blog wird dabei leider etwas vernachlässigt, aber ich bin regelmäßig am Schreiben und Recherchieren in anderen Blogs. Beim Stöbern in diesen Blogs bin ich heute auf eine Blogparade von „Selbständig im Netz“ gestoßen, die genau meinen Nerv trifft.

Zuerst einmal:

Was ist eine Blogparade?

Bei einer Blogparade gibt ein Blogger ein Thema vor und lädt andere aus der Bloggosphäre ein sich mit einem eigenen Artikel zum Thema zu äußern.

Der Aufruf zur Blogparade kam von Susann und mir war sofort klar, dass ich hier auch sehr viel zu schreiben hätte. Mein zweiter Blick fiel auf das Abgabedatum: 11. Oktober 2015. Da heute schon der 8.10. ist herrscht nun ein wenig Zeitdruck. Mein Artikel wird daher wenig strukturiert, wahrscheinlich von Rechtschreibfehlern gespickt, und ohne jegliche Suchmaschinenoptimierung. Aber das ist mir wurscht, denn ich will dabei sein!

An und für sich ist im Menüpunkt Vorspiel alles beschrieben, was ich dazu zu sagen hätte und ich könnte einen Link setzen und aufhören 😉 Aber damit hätte ich klassisch das Ziel verfehlt. Jetzt geht es nur um diesem einen Punkt: Neben- oder hauptberuflich selbständig.

Das ist auch für mich ein großes Thema gewesen und ich will hier gerne meine Erfahrungen teilen und erzählen, warum ich mich (dauerhaft) für die nebenberufliche Variante entschieden habe. Mangels Zeit und um nicht zu sehr auszuschweifen halte ich mich an die vorgeschlagenen Fragen, auf die man eingehen sollte – und los…

Womit willst oder hast du dich neben- oder hauptberuflich selbständig gemacht?

Ich habe mit meinem Onlineshop KLETTERTURM.DE den Schritt zum Unternehmer oder Entrepreneur gemacht und betreibe das Business nebenberuflich. Unternehmertum light eben. Bis ich diese Idee hatte, habe ich mir viele Jahre den Kopf zerbrochen und auch für diverse andere, viel komplexere, Ideen schon einen Businessplan geschrieben.

Dies Projekt habe ich nach einer kurzen Marktanalyse und den Erfahrungen aus den vorherigen (aber nie umgesetzten) Projekten einfach angefangen. Es sollte ein einfaches Übungsprojekt werden, mit dem ich mich identifizieren kann und aus dem ich viel für zukünftige Projekte lernen kann. Jetzt nimmt es mich so weit ein, dass ich mit vollem Herzblut drinstecke und für kaum weitere Ideen Zeit finde.

Warum hast du dich neben- oder hauptberuflich selbständig gemacht?

Auch hier steckt ein längerer Selbstfindungsprozess dahinter. Da ich lange nicht wusste, was ich als Unternehmer machen wollte, gab es für mich lange beide Optionen. Meine Recherchen und Ideen gingen auch immer in alle Richtungen und ich hatte vor einigen Jahren auch schon einen kompletten Ausstieg aus meinem Job geplant.

Freiheit als Unternehmer

Unternehmertum – raus aus der Box in die Freiheit

In meinem Beruf als Wertpapierhändler ist der Verdienst aber nicht schlecht (wenn auch nicht so immens hoch, wie im Volksmund behauptet) und dementsprechend ist auch der Lebensstandard, von dem man nicht mehr so leicht abrücken will. Dazu habe ich ein Haus gekauft und die Familienplanung wurde in die Tat umgesetzt.

Und das ist der Knackpunkt. Mit Haus und Kind überlegt man es sich zweimal, ob man den vermeintlich sicheren Job an den Nagel hängt. Natürlich ist auch hier ein Risiko dabei – gerade in meiner Branche. Aber etwas von Null aufziehen und viele Monate oder gar Jahre ohne gesichertes Einkommen kamen für mich nun nicht mehr in Frage. Die Zeit der großen Abenteuer war vorläufig vorbei, also habe ich mir ein „kleines“ Abenteuer in der nebenberuflichen Selbständigkeit gesucht.

Wie man dem Text entnehmen kann ging es mir nicht ums Geld, sondern um meine Selbstverwirklichung!

Hast du deinen Arbeitgeber informiert?

Definitiv ja, denn alles andere würde wiederum meinen Job gefährden. In einer Bank müssen neben dem direkten Vorgesetzten auch HR und Compliance informiert werden, um mögliche Interessenskonflikte klar ausschließen zu können.

HR und Compliance waren nur eine Formalität, aber es mit meinem Chef zu besprechen war schon wieder eine andere Hausnummer für mich. Denn auch er hat ein starkes Interesse daran, dass meine Arbeitskraft nicht leidet (mit 2,5 Stunden Fahrt bin ich im Regelfall knapp 12 Stunden pro Tag für den Job außer Haus). Außerdem hat er eine Fürsorgepflicht und muss dafür sorgen, dass ich nicht mehr als 50 Stunden pro Woche arbeite. Du kannst Dir selbst ausrechnen wie viel Zeit ich offiziell für mein Projekt einsetzen darf…

Wie schaffst du den Balance-Akt zwischen Job, Familie und Gründung?

Ich habe keine strikte Timeline für mein Projekt und komme entsprechend langsam voran. Wichtig ist, dass ich dranbleibe. Die Familie leidet darunter ein wenig, aber vor dem eigentlichen Start war ich ja auch jahrelang gedanklich mit dem Thema beschäftigt. Dabei habe ich viel Zeit in Recherchen, Businesspläne, endlose Diskussionen und Messebesuche gesteckt.

Das war also eher ein Tausch der Aktivitäten. Es geht vielmehr zu Lasten meiner anderen Hobbies wie Sport, Motorrad fahren, Gartenarbeit, Lesen. Sogar die Tageszeitung habe ich mangels Zeit abbestellt.

Die größten Konflikte entstehen jedoch, wenn ich aufgrund neuer Ideen nicht mehr fokussiert bin und anderweitig meine Zeit einsetze – zum Beispiel für eine Nischenseite.

Welche positiven und negativen Erfahrungen hast du gemacht?

Negative Erfahrungen gibt es natürlich, aber die waren zum Glück bisher überschaubar.

Dazu gehört ganz klar, dass mir die Kosten gegenüber meiner ursprünglichen Planung stark aus dem Ruder laufen und der Umsatz hinter den Erwartungen blieb.

So gut wie ALLES dauert länger als geplant und es erwarten einen auch bei vermeintlich einfachen Aufgaben Probleme, die aufgrund fehlender Erfahrung ein Vielfaches an Zeit verbrauchen. Dadurch komme ich langsamer voran und auch der Blog wird nicht in dem Maße ausgebaut, wie ich es vorhatte.

Ich wollte viel auf der Zugfahrt zur Arbeit erledigen, da dies für mich vorher tote Zeit war. Aber die Internetverbindung auf der Strecke ist eine Katastrophe und nervt über alle Maßen, da das meiste ja doch online abläuft.

Bis auf die Internetverbindung, denn die kann ich nicht verbessern, verbuche ich alles unter Learnings und bin schon am Optimieren für die nächste Saison.

Die positiven Erfahrungen überwiegen aber klar. Man wird freundlich bei anderen regionalen Unternehmern in Empfang genommen und es gibt ein großes Interesse und viele Hilfestellungen, teils sogar ohne danach Fragen zu müssen.

Wenn der erste Euro Umsatz fließt ist das ein geiles Gefühl, selbst wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Es ist schön, bei so einem Projekt komplett ganzheitlich denken zu müssen und dabei die Facharbeiter- oder Spezialistendenke aus dem Job hinter sich zu lassen.

Amtsgänge – im Vorfeld fließt es einem bei dem Gedanken kalt den Rücken runter. Diese Erfahrung kann ich ganz und gar nicht teilen. Alles easy, schnell und günstig. Sich als Einzelunternehmer selbständig zu machen ist also wirklich keine Hürde in Deutschland.

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Was waren oder sind deine größten Herausforderungen?

Der Zeitmangel; Fokussierung bei den vielen Ablenkungen und neuen Eindrücken; nicht die Motivation zu verlieren, wenn zwar viele Anfragen kommen aber nicht in Umsatz enden. Die Kosten wieder in den Griff zu bekommen, nachdem ich anfänglich doch recht freudig jeden Onlinekurs gekauft habe, bei den Anfangsinvestitionen nicht gegeizt habe und auch viel Geld für nutzlose Werbung in die Hand genommen habe.

Wagst du den Übergang in die Voll-Selbständigkeit?

Das ist per heute nicht geplant und mit diesem Projekt auch kaum möglich. Die Nische erscheint mir zu klein und ich müsste wahrscheinlich andere Produkte und auch andere Hersteller ins Programm nehmen. Das sehe ich aktuell noch nicht.

Welche Tipps hast du für zukünftige nebenberuflich Selbständige?

Ein Leben als Unternehmer rockt

Unternehmertum rockt

Da fallen mir spontan sehr viele Dinge ein, aber mit das wichtigste ist eine gute Organisation. Da nebenberuflich sehr viel weniger Zeit zur Verfügung steht sollte man gut organisiert sein und delegieren können. Auslagern an Dienstleister ist dabei ein wichtiger Faktor, der sehr viel Zeit sparen kann, so dass man sich auf die wichtigen Dinge des Unternehmens konzentrieren kann.

Das kostet zwar Geld und am Anfang erfordert es einen gewissen Mehraufwand, aber es lohnt sich. Mit diesem Aspekt entwickelt sich aus dem Modell Unternehmertum light unter Umständen sogar schneller ein richtiger Unternehmer, denn man lernt zu delegieren und vielleicht sogar zu führen, während hauptberufliche Kleinunternehmer gerne den Fehler machen alles selbst machen zu wollen und damit schnell in einer Sackgasse landen.

Schlusswort

Schön, dass Du bis hier gelesen hast, denn der Artikel ist um einiges länger geworden, als ich es geplant hatte. Aber es ist einfach so raus gesprudelt und ich habe auch nicht mehr vor nachträglich zu kürzen. Ich hoffe Dir mit meinen Erfahrungen einen hilfreichen Einblick gegeben zu haben, der bei Deinen eigenen Planungen nützlich sein kann.

Wenn Du mehr wissen willst und mich auf meiner weiteren Reise begleiten willst, trage Dich in meinen Newsletter (ganz unten) ein. Aktuell schreibe ich etwa alle 2 Wochen. Das sollte Dein Postfach nicht überstrapazieren 😉

Was sind Deine Erfahrungen und Überlegungen zum Thema? Schreibe einen Kommentar dazu, ich würde mich freuen.

Bis bald

Oli

 

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