Promotion mit Fragebogen – meine Überlebensstrategie

Promotion in der City

Promotion in der City mit Fragebogen, Flyer & Charme

Promotion mit Flyer und Fragebogen kann jeder, aber auch mit Charme? Das liegt nicht an mir, sondern an den beiden Ladies, denn die haben ihre Sache echt toll gemacht. Mehr dazu später…

Die beste Vorbereitung ist, wie im letzten Beitrag beschrieben, leider doch holpriger gewesen, als geplant. Und es sollte holprig bleiben: Der Sommer ist Freitag vor der Aktion vorläufig zu Ende gegangen und der Promo-Samstag war mit 8-10 Grad und Gewitter gemeldet, so dass alle ihre Regenjacken mit im Gepäck hatten. Das konnte mir die Laune nicht mehr verderben und auch die Mädels waren guter Dinge.

Ein großes Fragezeichen bei der Vorbereitung blieb: Ich hatte keinen wirklichen Plan wo sich die Mädels umziehen sollten! Zur Not auf der Toilette des Cafés. Das war dann aber doch nicht nötig, da sie ein ärmelloses Top hatten, über das man das T-Shirt einfach überziehen konnte – eigentlich total easy, und ich habe mir darüber viel zu lange Gedanken gemacht, weil ich die beiden nicht in eine unangenehme Situation bringen wollte 😉

Besprechung mit Kaffee

Promotion – Briefing im Café

Bei einem Café und leichtem Regen gab es pünktlich zur vorgesehenen Zeit ein Warm-up zum Kennenlernen, Umziehen und dann das Briefing. Beide waren vorbereitet und hatten wie gewünscht den Fragebogen schon im Vorfeld durchgearbeitet. Es gab also wenig offene Fragen.

Beide konnten also schon direkt zu Beginn bei mir durch Pünktlichkeit und gute Vorbereitung punkten. Im Small-Talk stellte sich dann noch heraus, dass sie mitdenken und sich einbringen, zielstrebig und redegewandt waren, dabei aber nicht berechnend, sondern nett und charmant. Was will man mehr? Sorgen über schlechtes Personal musste ich mir jetzt also nicht mehr mach und die Sonne kam auch schon langsam zum Vorschein.

Zeitablauf für die Promotion

Für mich war es die erste Promotion, also wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Dafür hatte ich einen festen Zeitplan erstellt, nach dem wir vorgehen wollten.

Für was braucht man denn nun einen Zeitplan? Sich mit Fragebogen und Flyer bewaffnet in die Massen zu stürzen kann doch auch ohne Zwischenschritte gut funktionieren. Ja, zumindest wenn man weiß, was man tut.

Das war der Plan für meine Promotion:

10:00 – Treffen am Luisenplatz
10:10 – Übergabe Material und Umziehen
10:20 – Briefing
10:30 – erste Promo-Runde
11:00 – Erfahrungsaustausch zur Adjustierung Strategie oder Location und Trinkpause
11:10 – zweite Runde
12:00 – Pause, Update, volle Fragebogen einsammeln und bei Bedarf neues Material verteilen
12:10 – dritte Runde
13:00 – Ende und Material einsammeln

Die Promo-Aktion startet wie die Feuerwehr

Wie vom Blitz getroffen sind die beiden los und haben sich auf die Passanten gestürzt. Kurzer Small-Talk, dabei immer ein Lächeln auf dem Gesicht und freundliche Verabschiedung – leider ohne den Fragebogen zücken zu dürfen. Direkt danach Ausschau nach den nächsten Passanten, die ins Zielbild passen und los. Das Treiben habe ich ein paar Minuten beobachtet und war schwer beeindruckt.

Klar, es war ihr Job. Aber hast du schon mal versucht  fremde Leute auf der Straße anzuquatschen, wenn es nicht gerade um den Weg oder die Uhrzeit ging?

Das ist gar nicht so einfach, zumindest für mich. Ich hatte aus Neugier schon versucht und bin vor lauter auswählen, wer denn zur Zielgruppe gehören könnte, gar nicht zur Ansprache gekommen. Vielleicht hatte ich dabei auch nur Gründe gesucht, warum ich die Leute gar nicht ansprechen müsste.

Also von mir höchsten Respekt an die Mädels.

Der Regen hatte übrigens aufgehört und es wurde direkt morgens schwül, so dass wir alle viel zu viel Gepäck mit uns rumgeschleppt haben.

Ein schneller Strategiewechsel bei der Promotion war nötig

Nach der ersten halben Stunde hatten wir den planmäßigen Erfahrungsaustausch, und das war gut so um den direkten Strategiewechsel einleiten zu können.

Was ist passiert?

Der Luisenplatz ist ein Knotenpunkt mit der Straßenbahn; die Leute sind dort sehr zielstrebig unterwegs anstatt gemütlich durch die City zu schlendern. Es waren also alle in Eile und niemand wollte wirklich angesprochen werden. Wir haben also beschlossen die Location Richtung Marktplatz und den Fußgängerzone zwischen Luisenplatz und Marktplatz zu verlagern.

Knotenpunkt mit viel Verkehr

Knotenpunkt mit viel Verkehr

Dazu hatte ich zu Beginn die Vorgabe gemacht, nur dann Flyer mit Gutscheinen an die Leute zu vergeben, wenn sie die Fragen beantwortet haben – quasi als Belohnung. Da wir bis dahin pro Person nur etwa 5 ausgefüllte Fragebogen 2 Adressen hatten, sollten die Flyer an alle Passanten aus der Zielgruppe ausgegeben werden, sobald sie etwas mehr Interesse am Thema, aber keine Zeit hatten.

Außerdem mussten wir auch die Zielgruppe adjustieren. Eltern mit Kind(ern) waren natürlich gesetzt, die hatten aber am wenigsten Zeit. Das hätte ich mir eigentlich denken können, denn die Zwerge erfordern volle Aufmerksamkeit. Ich hätte mit Kind auch keine große Lust mich den Fragen zu stellen. Also sollten auch die Älteren mit einbezogen werden, in der Hoffnung Großeltern anzusprechen. Das war dann auch viel entspannter.

Letztendlich geht es ja nicht nur um die Fragen, sondern auch um eine erhöhte Sichtbarkeit. Dann sollte man nicht am Material sparen. War es deiner Meinung nach sinnvoll erst etwas restriktiver zu sein, oder hättest du direkt mehr Flyer verteilt?

So hilft der Chefbonus

Auch die zweite Pause wurde genutzt um Erkenntnisse zu Besprechen und direkt zu verarbeiten.

Das Ergebnis war nicht sehr berauschend, denn viele Menschen sind in Eile oder haben kein Interesse. Diejenigen, die jedoch interessiert sind, sind dann auch sehr nett und auskunftswillig. Diese Erfahrungen der Ladies kann ich bestätigen, denn ich hatte dann auch angefangen zu Testzwecken den einen oder anderen Passanten anzusprechen.

Man muss aber auch sagen, dass ich als Koordinator viel entspannter rangehen konnte als die Hostessen, da mir keiner Druck machen würde. Interessant war die Tatsache, dass manche es sogar ausgesprochen gut fanden, dass der Chef persönlich die Leute um ihre Meinung zum Produkt fragt. Außerdem bin ich völlig freestyle durch den Fragebogen geflogen und habe ganz schön chaotische Notizen gemacht (Meine Mitarbeiterinnen waren da zum Glück viel sorgfältiger).

Dieser Chefbonus hat meine optischen Nachteile gegenüber der beiden jungen Mädels etwas ausmerzen können – so hatte ich am Ende in kürzerer Zeit genauso viele Adressen sammeln können wie jede Einzelne in der gesamten Zeit.

Dazu kam vielleicht, dass meine Tochter sich einen Spaß daraus gemacht hat während der kompletten Befragung auf meinen Schultern zu sitzen und rumzualbern. Das war furchtbar anstrengend und ich konnte bald kaum noch gerade stehen. Nach meiner Mittagspause meinte die Kleine auch noch rotzfrech, dass sie weiter Leute befragen will – natürlich auf meinen Schultern…

Wie bekommt man die Leute zum Zuhören, bzw. Reden?

So ein richtiges Patentrezept habe ich da nicht finden können. Aber der Klassiker „Hallo, hätten Sie ein paar Minuten Zeit…“ oder so ähnlich, rockt nicht unbedingt. Am meisten Erfolg hatte zumindest ich, wenn ich völlig authentisch und mit einem situationsbedingten Aufhänger ein Gespräch mit den Menschen angefangen hatte. Das ist nun schwer zu reproduzieren und auf die Masse anzuwenden.

Das coolste war, als ich gegen Ende jemanden einen Flyer mit Gutschein und dem Hinweis in die Hand gedrückt hatte, dass er noch von der Umfrage übrig ist und ich eigentlich keine Lust mehr auf Fragen habe, aber ihm mit dem übrigen Gutschein was Gutes tun wolle. Daraufhin musste ich doch nochmal den Fragebogen zücken und hatte am Ende eine E-Mail-Adresse mit Unterschrift.

Panik – das Material für die Promotion geht aus

Nach der zweiten Pause ging sehr rasch das Material aus – es waren keine Flyer mehr da. Zwischendrin hatte ich die Mädels schon on the fly mit meinen Reserven versorgt. Ich war mir sicher, dass ich genug dabei hatte…

Auch im Auto hatte ich nichts Brauchbares mehr. Also verteilten die Girls nur noch Flyer ohne Gutschein-Inlay. Besser als nichts. Die Versorgung mit Nachschub hat recht gut geklappt.  Bestellt wurde entweder per WhatsApp oder Telefon und ich bin ihnen hinterher.

Nur: das hätte ich mir alles sparen können, wenn ich mich nur daran erinnert hätte, dass ich in jeder Umhängetasche in einer Nebentasche noch Flyer mit Inlay bereitgelegt hatte. Das konnten die Mädels aber nicht wissen!

Mittagspause, dann Peitsche vom Sklaventreiber bis zum bitteren Regen

13:00 Uhr war für mein Personal offiziell Ende der Aktion und ich habe die restlichen Fragebogen und die Taschen eingesammelt. Das quantitative Ergebnis war ernüchternd, aber man konnte doch einige Erkenntnisse daraus ziehen. Nicht nur die reinen Zahlen, die ich bereits auf meinem Corporate Blog veröffentlicht habe, sondern auch viele andere Learnigs und Erfahrungen.

Die Promotion sollte aber noch nicht zu Ende sein. Der Sklaventreiber hat die Peitsche rausgeholt und es wurden Flyer bis zum bitteren Ende / Regen verteilt.

Keine Angst – ich habe die Mädels nicht ausgenutzt. Sie durften direkt mit zum Auto, wo deren persönlichen Dinge lagerten; die Stundenzettel wurden ausgefüllt und ich habe eine von beiden noch zum Bahnhof gefahren.

Nein, der Sklaventreiber war ein dreijähriger abgebrochener Meter, der Hunger hatte und nach dem Essen unbedingt noch weiter Leute befragen wollte. Unglaublich! Sollte ich mich darauf einlassen?

Aus fünf Gründen ja:

  1. Ich hatte auch Hunger und wollte nicht mit leerem Magen Heim & wenn man schon Mal mit behördlicher Genehmigung in der Tasche da ist
  2. Bei Rücknahme der Taschen habe ich die restlichen Flyer mit Inlay gefunden – die sollten noch unters Volk
  3. Die Anzahl Fragebogen & E-Mail-Adressen war mir zu klein
  4. Ich wollte es wissen, ob noch was geht – mein Ehrgeiz war geweckt
  5. Wenn meine Tochter es will…

Also habe ich Leute angesprochen und weiter Flyer verteilt, während meine Tochter es sich auf ihrer Kommandozentrale, meinen Schultern, bequem gemacht hatte. Zwischendrin waren wir in verschiedenen Geschäften bummeln oder in einem Café gesessen um dem Regen auszuweichen. So haben wir auch noch den Nachmittag in Darmstadt mit einer Menge Spaß und einem etwas besserem Ergebnis verbracht.

Welche Learnings gab es noch aus der Aktion?

Aus den beschriebenen Situationen gab es ja doch einige Situationen, die man besser hätte machen können. Das führe ich hier nicht mehr auf. Zusätzlich gab es noch Erkenntnisse, wie man den Fragebogen besser gestalten kann:

Erfahrungen bei der Promotion

Learnings aus der Promotion

  • Zusätzlich ein Kreuz für Eltern oder Großeltern um besser auswerten zu können
  • Kreuz für Geschlecht für eine bessere Ansprache per Mail
  • Weniger Fließtext bei den Fragen, dafür mehr Stichworte

Es hat sich herausgestellt, dass der rote Faden im Fragebogen eher verloren gehen konnte, wenn auf den genauen Text geachtet werden muss. Einfach stupide ablesen und Kreuze setzen kann ein probates Mittel sein, aber in diesem Fall war es besser die Leute in ein Gespräch zu verwickeln und die Fragen nach einem roten Faden einzustreuen.

Das ging mir so und kam auch als Feedback von den Hostessen. Meine Vermutung ist aber, dass deren Erfahrung und Redegewandtheit hier eine Rolle spielt. Mit gutem Personal kann man sowas machen. Weniger Geübte müssen dafür mit vollständigem Text mehr an die Hand genommen werden.

Damit ist die kleine Serie zu Ende – ich hoffe es war auch hilfreiches für dich dabei. Wenn du Fragen oder Anregungen hast: hau sie raus…

Bis dann

Oli

 

Ressourcen:

InStaff

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